1.1 Definition
- spina = lateinischer Begriff für den hinteren Dornfortsatz des Wirbelkörpers
- bifida = zweigeteilt
1.2 Entstehung und Ursachen
- Bildung des Rückenmarks verläuft innerhalb der ersten Phase der Schwangerschaft über mehrere Etappen:
- a) Zuerst bildet sich Neuralplatte (siehe Abbildung 1 a)
- b) die sich daraufhin in sogenannte Neuralrinne (siehe Abbildung 1 b) verändert
- c) und schließlich bis zur 4. Schwangerschaftswoche zu einem Neuralrohr (siehe Abbildung 1 c) wird.
- schließt sich das Neuralrohr nicht vollständig, so bleiben Wirbelkörper offen und es bildet sich eine Spina bifida
2.1 Definition
- Hydrocephalus = "Wasserkopf"
- meint eine Störung des Hirnwasserkreislaufs
- 50% aller Menschen mit Hydrocephalus weisen zusätzlich eine Spina bifida auf
- 75% aller Menschen mit Spina bifida weisen zusätzlich einen Hydrocephalus auf
2.2 Entstehung
- entsteht durch einen Überdruck im Kopf, der wiederum aus einer gestörten Regulierung des Gehirnwasserkreislaufs resultiert
- Gehirn und Rückenmark werden von Liquor (Gehirnwasser umspült, welches das Nervengewebe gegen Erschütterungen schützt
- ein gestörter Abfluss des Gehirnwassers führt zu einer Ausweitung der inneren Hirnhohlräume, so dass das Gehirn zusammengedrückt wird
- tritt Hydrocephalus pränatal oder beim Säugling auf, so ist der Schädel noch nicht gefestigt und es kann zu Schädelverformungen (vergrößerter Kopfumfang) kommen
2.3 Ursachen
- Gehirnblutungen während der Geburt
- Entzündungen, wie zum Beispiel Hirnhautentzündung
- Blutungen nach der geburt
- Virusinfektion der Mutter während der Schwangerschaft (z.B. Röteln, Toxoplasmose)
- Keimschädigung bei den Eltern
- Tumore
- Begleiterscheinung bei Spina bifida
2.4 Symptome
Symptomatik beim Neugeborenen
- Abweichen des Kopfumfangs
- Verbreiterung der Schädelnähte
- Vergrößerung und Vorwölbung der großen Fontanelle
- Abzeichnung der Venen am Schädel
- Hervortreten der Augäpfel mit nach unten kippenden Pupillen, die teilweise durch das untere Lid verdeckt sind (Sonnenuntergangsphänomen)
- allgemein verzögerte Entwicklung
- Teilnahmslosigkeit, Erschöpfung, Unbeweglichkeit
2.5 Maßnahmen
- Ventil reguliert Druck des Gehirnwassers und verhindert einen Rückfluss
- überschüssiges Gehirnwasser aus einer Hirnseitenkammer wird über einen Schlauch
- entweder über die Halsvene in den rechten Vorhof des Herzens (atrialer Shunt)
- oder unter der Haut entlang in die Bauchhöhle (peritonealer Shunt)
- Ventil muss ständig überwacht werden
- typische Zeichen einer Krise: Kopfschmerzen, Erbrechen, Bewusstlosigkeit, Schielen, schiefe Kopfhaltung, Nackensteife
3.1 Formen
- komplett inkontinente Blase mit schlaffem Schließmuskel und schlaffem Blasenmuskel
- sog. Durchlaufblase
- stellt keine Gefahr für oberen Harntrakt dar
- komplett inkontinente Blase mit spastischem Schließmuskel
- sog. Überlaufblase
- große Gefahr für die Nieren
- ständiger Druck auf Harnleiter führt zu Rückfluss des Urins in die Nieren und zu Ausstülpungen der Blasenwand nach außen (Pseudodivertikel)
- es treten wiederkehrende Harnwegsinfekte auf, die auf Dauer die Nieren und ihre Funktionen schädigen
3.2 Untersuchungmethoden
- Sonographie der Nieren
- Bestimmung der Nierengröße (Wachstumsbeobachtung)
- Bestimmung der Restharnmenge
- Miktionscysturogramm
- Bestimmung der Blasenkapazität
- Überprüfung des Urin-Rückflusses in die Harnleiter
- Möglichkeit der Blasenentleerung
- Bestimmung des Restharns
- Beschaffenheit der Blasenwandmuskulatur
- Betrachtung der Harnröhre
- radiologische Untersuchung der Nieren
- Zustand der Nieren
- Nierenfunktion
- Abflussverhältnis in den Harnleitern
- Urodynamik
- Druckmessung der Blase während Füllung und Entleerung
- Bestimmung des Harnflusses und der Harnmenge
- Innervierung des Beckenbodens und des Blasenschließmuskels
- regelmäßige Untersuchung des Urins
- Bestätigung oder Ausschluss von Harnwegsinfekten
- Isotopennephrographie
- Bestimmung der Nierenfunktion
Hilfe für Menschen
mit Behinderung

